Mount Fuji Besteigung

Gestern Nacht haben wir den Mt. Fuji (3776m) bestiegen, ich bin zusammen mit 2 Kollegen aus Deutschland, die sich ebenfalls im Projekteinsatz befinden, losgezogen. Gestartet sind wir gemütlich gegen 21:30 (bereits stockfinster) und hatten dann 1980 Höhenmeter vor uns.

Zunächst ging es durch steilen Laubwald, die Baumgrenze zieht sich auf dieser Seites des Bergs bis auf 2700 m hoch. Der Mt. Fuji Vulkan ist mit 3776 m der höchste Berg Japans.

Es ist in Japan Tradition diesen Berg mindestens einmal im Leben bestiegen zu haben, in einer Nachtbesteigung. Wir hatten mit einer krassen Temperatur-Differenz zu rechnen. Im Tal war es suptropisch schwül bei grob 30° und auf 2000 m hat man etwa 16-18°. Auf dem Gipfel sind es dann schon eher um die 0° und windig. Es liegt auch im Juli und August Eis auf dem Gipfel.

Nach 3,5 Stunden hatten wir bereits 1200 Höhenmeter hinter uns gebracht und waren auf etwa 3200 m um 01:00 Uhr. Bis hier hin lief es noch gut. Uns hatten sich noch 2 weitere Personen der Gruppe angeschlossen, die wir hier aber leider zurücklassen mussten, eine Kollegin hat es mit der Höhenkrankheit und Erschöpfung erwischt.

Die folgenden über 500 Höhenmeter waren die pure Tortur. Lavasand und Geröll gibt stark nach. Mit jedem Schritt bei den teilweise mehr 45° geht man fast einen halben Schritt zurück. Das war ultimativ kräfteraubend nach bereits über 1400 Höhenmetern. Es wurde zunehmend windiger und sehr kalt. Richtung Gipfel lagen dann teilweise Leute neben dem Weg, mit Sauerstoff Flaschen …

Das einzige was wir 8 Stunden lang egesehen war, war das kleine Spotlight der Headlamp. Da noch viele andere auch auf den Berg gestiegen sind, war es teilweise nicht allzu dunkel um einen herum.

Gegen 04:00 waren wir etwa bei 3700 m und haben auf der Sonnenseite auf die rettende Sonne gewartet. Nach 6 Stunden Aufstieg waren die Muskeln übersäuert, kräftemäßig am Ende. Nachdem die Sonne dann da war wurde es schlagartig wärmer. Das war auch bitter nötig.

Wir sind dann die restlichen Meter bis zu Krater aufgestiegen und sind zum höchsten Punkt (3776 m) gegangen. Die Umwanderung des Kraters dauert eine weitere Stunde. Ich hatte keine allzu großen Probleme mit der Luft oben. Es wurde zwar deutlich anstrengender, aber Schwindel hatte ich keinen, dafür einen gefühlten 150er Ruhepuls. Nach etwa 1-2 Stunden regeneration war es dann 7:30 morgens und wir haben den Rückweg angetreten.

Auf dem Rückweg haben wir es etwas übertrieben befürchte ich. Das könnte man auch langsamer angehen °-) Dadurch, dass der Boden aus Lavasand ung Gestein relativ weich ist, kann man hier mit sehr großen Schritten, fast schon surfend, den Berg runter rennen. Es gab gegen Ende auch eine „Sand running“ Piste. Wir haben die 1980 Höhenmeter in 1 Stunde 35 hinter uns gebracht und kamen unten mit schon extrem tiefentladenen Batterien an. Wir waren körperlich am Ende … die Rückfahrt im Bus und Zug nach Tokyo dauerte eine halbe Unendlichkeit (3h) nach dieser 12 Stunden Bergtour.

Wenn ihr die Gelegenheit habt, und auch ein bisschen verrückt seid solltet ihr das machen … aber nur 1x … Geile (Tor-)Tour!!

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